Die afrikanische Elefantin Sandrine starb, wie gestern bekannt wurde, am 18. Juni in Freiburg. „Circus Krone steht seither unter Schock“, berichtete Zirkus-Sprecher Markus Strobl. Die Todesursache sei rätselhaft: „Circus Krone hat, um den Vorfall aufzuklären, den Elefant extra zu den Spezialisten der Tierpathologie der Universitätsklinik München gebracht“, heißt es in einer Mitteilung des Zirkus. „Die ersten Befunde ergaben: keine kaputten Gelenke, keine beschädigten Organe, keine Blutungen und auch von der Optik allgemein alles in Ordnung.“ Der Endbefund werde in zwei bis drei Wochen erwartet.

Unklar bleibt auch das Alter der Elefantin: Sandrine wurde gestern noch auf der Internetseite des Zirkus als eine der drei „20- bis 22-jährigen afrikanischen ,Jungstars‘“ beworben. Nach Angaben der Organisation „European Elephant Group“ (EEG), die seit 25 Jahren Daten über Zoo- und Zirkuselefanten sammelt und sich um bessere Haltungsbedingungen bemüht, wurde Sandrine 1982 wild in Simbabwe geboren und kam 1984 nach München. Der Zirkus gab ein Alter von 27 Jahren an. „Das ist bei Elefanten immer schwierig festzustellen“, so Strobl.

Dass der Tod der relativ jungen Elefantin ganz überraschend kam, glaubt Biologe Tobias Dornbusch von der EEG nicht. „Sandrine trat bereits seit mehreren Jahren nicht mehr in der Manege auf“, sagt er. Sie sei im Tierzelt „fast immer angekettet“ gewesen. Und weiter: „Offenbar war es nur möglich, Sandrine zu kontrollieren, wenn Colonel Joe anwesend war, vor dem sie augenscheinlich Respekt hatte.“

Die Tierrechtsorganisation „Peta“ warf anlässlich des Falles der Bundesregierung „totales Versagen beim Schutz von Wildtieren im Zirkus“ vor. Sandrine sei „jahrelang schwer krank“ gewesen, so Peta. Ein Gutachten im Auftrag des Landes Nordrhein-Westfalen habe der Elefantin 2009 Gelenkerkrankungen attestiert. Das sei aber nur eine Diagnose nach Augenschein gewesen, die jetzt von den Münchner Experten widerlegt worden sei, kontert Krone-Sprecher Strobl. „Die haben damals nicht einmal geröngt“.

Die Münchner Grünen fordern ein generelles Wildtierverbot in Zirkussen. Sie beziehen sich damit insbesondere auf den „Circus Voyage“, der seit gestern in München gastiert und sein Programm als „größte tierische Circusshow“ anpreist. Wilde Tiere, so die Münchner Grünen-Chefin Katharina Schulze, „können in einem fahrenden Unternehmen mit kostensparendem Platzbedarf nicht artgerecht gehalten werden“.

 

Quelle http://www.merkur-online.de/lokales/stadt-muenchen/circus-krone-wieder-elefant-2390037.html


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